RssFeed abonieren
Flattr this
Header
...der Weg zum Erfolg kann so einfach sein!

Frühzeitig Vorsorge treffen mit einer Vorsorgevollmacht

Vorsorgevollmacht

Bei Unfall, Krankheit oder auch im Alter kann der Umstand eintreten, dass Sie als Unternehmer Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Um Ihr Selbstbestimmungsrecht in Behandlungs- und Vermögenssachen zu wahren empfiehlt es sich entsprechend vorzusorgen. Einige Grundlegende Informationen über Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung werden in dieser dreiteiligen Artikelserie betrachtet.

 

TEIL II: Die Vorsorgevollmacht

Mit der Vorsorgevollmacht verfügen sie, wer bzw. welche Person(en) ihres Vertrauens bei einer Geschäfts- oder Einwilligungsunfähigkeit für Sie handeln soll(en). 

Mit ihr legen Sie auch die Art der Vertretung fest. Wer führt z. B. Ihre Rechtsgeschäfte weiter, wer setzt für Sie die in der Patientenverfügung festgelegten Maßnahmen durch? Dies regeln Sie durch eine Vorsorgevollmacht.

Es ist sinnvoll dafür nur Personen zu wählen, denen sie voll vertrauen. Hier genügt es nicht eine Person zu bestimmen, es ist ratsam Ihre Vorgaben, Wünsche und Entscheidungen mit Ihrem Vorsorgebevollmächtigten vor dem Ernstfall eingehend und detailliert zu besprechen. Nur wenn der Vorsorgebevollmächtigte Ihren Standpunkt und Ihre Wünsche vollkommen versteht und nachvollziehen kann, ist er in der Lage im Ernstfall gute Entscheidungen in Ihrem Sinne zu treffen.

Berücksichtigen Sie, dass eine einzelne, ihnen sehr nahestehende Person ggf. mit der Lage Ihren Willen - vor Gerichten, Ärtzten und anderen Instanzen -durchzusetzen überfordert sein könnte. In diesem Fall können Sie eine weitere Person Bevollmächtigen. Dies können Sie in Form einer weiteren Vorsorgevollmacht, oder einer Untervollmacht tun.

Vorsorgebevollmächtigte sind verpflichtet sich an die Vorschriften des Bereuungsrechts zu halten. Als Schutzinstanz ist das Gericht vorgeschaltet. Wer Sie als Bevollmächtigter in eine freiheitsentziehende Einrichtung unterbringen will, oder an Ihnen eine gefährliche ärztliche Behandlung durchführen lassen möchte - welche nicht eindeutig in der Patientenverfügung dokumentiert ist - muss dies zuerst vom Gericht genehmigen lassen (dazugehören auch sehr stark beruhigende Medikamente, die eine freiheitsentziehende Wirkung haben können).

 

Vorsorgevollmacht aufsetzen

Eine Vollmacht ist grundsätzlich formfrei zulässig, sie kann also mündlich erteilt werden.
Da eine Vorsorgevollmacht sehr weitgreifende Wirkung hat, empfiehlt es sich, diese auf jeden Fall schriftlich festzulegen. Wenn der, oder die Bevollmächtigten allerdings auch Rechts-, Bank-, oder Grundstücksgeschäfte für Sie durchführen sollen, ist es dringend ratsam dies in einer notariellen Beurkundung festzuhalten. Ein Notar wird Sie umfassend über Rechtswirkung beraten und Sie vor fehlerhaften, ungenauen oder unzweckmäßiger Abfassung in der Vollmacht schützen. Man kann in der Vorsorgevollmacht auch eine Berteuungsverfügung bestimmen. In diesem Fall sollte die Vollmacht unbedingt notariell aufgesetzt werden.  Der Grund: Es gibt ein Zentral-Vorsorgeregister. Das ist ein durch die Bundesnotarkammer geführtes Register, in dem u.a. die gemeldeten Vorsorge- und Betreuungsvollmachten registriert sind. Das Betreuungtsgericht hat online Zugriff auf dieses Register und kann dann mit dem von ihnen bestimmten Bevollmächtigten sofort Kontakt aufnehmen. Ist die Vollmacht nicht Notariell beglaubigt, kann es passieren, dass das Betreuungsgericht in Unkenntnis einer bestehenden Vollmacht, kurzfristig einen andern Bereuer einsetzt. Das verusacht natürlich dann auch Kosten. Dazu mehr in Teil III - Betreuungsverfügung.

 

Dass regelt sie NICHT

Eine Vorsorgevollmacht regelt nur, welche Personen Behandlungsentscheidungen oder Rechtsgeschäfte, die nach Ihren Vorgaben festgelegt wurden, durchsetzen dürfen. Sie regelt nicht, welche ärztlichen oder medizinischen Handlungen erwünscht oder untersagt sind. Diese Maßnahmen legt die Patientenverfügung fest. Die Vorsorgevollmacht regelt auch nicht, wenn sie einer gerichtlichen Zuweisung für ihre Betreueung vorbeugen wollen. Dafür ist die Betreuungsverfügung zuständig.

 

Regelmäßig prüfen

Genau wie bei der Patientenverfügung ist es ratsam, in regelmäßigen Abständen zu überprüfen ob die von Ihnen bevollmächtigte Person noch eine Person Ihres Vertraues ist, und ob sie durch zwischenzeitliche Veränderungen immer noch in der Lage ist Ihre festgelegten Vorgaben und Wünsche durchzusetzen. Sollten sich Ihre Vorgaben und Wünsche ändern empfiehlt es sich, dem Vorsorgebevollmächtigten die Hintergründe zu Ihren neuen Entscheidungen zu erklären. So kennt er Ihre Beweggründe und kann im Ernstfall auch Entscheidungen in Ihrem Sinne treffen, welche nicht zuvor von Ihnen explizit erwähnt wurden.

 

Ort der Aufbewahrung

Stellen Sie mehrfache Ausfertigungen (beglaubigte Kopien) von Ihren Unterlagen an. Hinterlegen Sie diese bei den von ihnen bestimmten Bevollmächtigten, Ihrem Hausarzt und ggf. an einem sicheren Ort außerhalb Ihrer Wohnung (Vorsichtsmaßnahme gegen Hausbrand etc.). Sehr empfehlenswert ist es zudem, einen Hinweis bei sich zu tragen (Geldbörse, Brustbeutel, SOS-Kapsel), wo die Patientenverfügung aufbewahrt wird.

 

Verwandte Themen:

Teil I: Die Patientenverfügung
Teil III: Die Betreuungsverfügung

   

 

Patientenverfügung

 

Copyright © Suther Kommunikationsdesign, 2008 - All Rights Reserved
Alle Angebote richten sich ausschließlich an gewerblich tätige Unternehmer. Alle Preise in Euro zzgl. 19% MwSt!